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AstraZeneca: Alle Impfungen für diese Woche abgesagt

Nach der gestrigen Entscheidung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca vorläufig auszusetzen, sind auch alle geplanten AstraZeneca-Impfungen im Regionalen Impfzentrum des Kreises Euskirchen in Marmagen mit sofortiger Wirkung gestoppt worden. Noch am selben Abend wurde in einer Krisensitzung unter der Leitung von Landrat Markus Ramers entschieden, dass alle bis einschließlich Sonntag, 21. März, terminierten Impfungen ausgesetzt werden. Zwei komplette Impfstrecken sind damit vom Netz genommen worden.

Dies betrifft nicht die Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff von „BioNTech“, der ausschließlich an Menschen über 80 Jahre verimpft wird. Diese Impfungen finden wie geplant statt. Alle Seniorinnen und Senioren, die einen Impftermin in Marmagen haben, werden also gebeten, diesen Termin auch wahrzunehmen. An den kommenden Tagen sind knapp 300 Impfungen täglich geplant.

Der Impfstopp für AstraZeneca bedeutet für das Regionale Impfzentrum in Marmagen, dass 1900 Termine, die für diese Woche vorgesehen waren, abgesagt werden müssen. Betroffen sind überwiegend Einrichtungen wie Schulen, Kitas, Arzt- und Zahnarztpraxen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe, Busunternehmen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden sowie Werkstätten für Behinderte. Das Impfzentrum kontaktiert dazu von sich aus alle Einrichtungen bzw. Impflinge und informiert diese über die Absage.

Vorläufig bleiben alle Termine bestehen, die für die kommende Woche vorgesehen sind. Am Freitag wird der Kreis Euskirchen darüber informieren, wie es nächste Woche weitergeht. Ob bis dahin eine generelle Entscheidung des Bundes zum weiteren Vorgehen mit AstraZeneca vorliegt, kann aber derzeit noch nicht abgesehen werden.

Da erst ab Ende April Zweitimpfungen mit „AstraZeneca“ anstehen, stellt sich die Frage nach dem Bestand dieser Termine aktuell noch nicht. Darüber hinaus wird aktuell auch der Impfstoff von Moderna weiter verimpft.

Die Expertinnen und Experten des Paul-Ehrlich-Instituts sehen aktuell eine auffällige Häufung einer speziellen Form von sehr seltenen Hirnvenenthrombosen (Sinusvenenthrombosen) in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Blutungen in zeitlicher Nähe zu Impfungen mit AstraZeneca. Die Daten werden nun von der Europäischen Arzneimittelagentur weiter analysiert und bewertet.

Impfreaktionen auf AstraZeneca hat es im Kreis Euskirchen in nur sehr geringem Maße gegeben, nämlich vier allergische Reaktionen (keine Thrombosen). Eine weitere Impfreaktion ist nach einer BioNTech-Impfung aufgetreten, so dass bisher fünf Impfreaktionen aufgetreten sind - bei insgesamt über 22.000 Impfungen.

Das Paul-Ehrlich-Institut weist darauf hin, dass Personen, die den COVID-19-Impfstoff AstraZeneca erhalten haben und sich mehr als vier Tage nach der Impfung zunehmend unwohl fühlen – z.B. mit starken und anhaltenden Kopfschmerzen oder punktförmigen Hautblutungen – sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben sollten.

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